Erfahrungsberichte

Jessica Stümpfig (DB)

Ich bin als Produktmanagerin im Vertriebsbereich Traktionsenergie bei der Deutschen Bahn angestellt. 

Nach Abschluss meines Fachabiturs im Bereich Wirtschaft und Verwaltung wurde ich bei der Studienplatzsuche auf den Studiengang B.Sc. Energiewirtschaft aufmerksam. Erst einmal war es nur ein Gefühl, das mir sagte, dass ich mich mit diesem Studiengang einem wichtigem Zukunftsthema widme. Der Blick auf die teils wirtschaftlichen und teils energietechnischen Module weckte dann weiteres Interesse. Auch wenn die energietechnischen Module wie Energie- und Wärmelehre und Elektrotechnik zu Beginn für mich eine Herausforderung darstellten, machte es mir viel Spaß, neben den klassischen Vorlesungen auch praktische Laborübungen zu besuchen.

Ich suchte mir schon vor dem Vertiefungssemester eine Werkstudentenstelle in der Hoffnung, das Gelernte auch praktisch einsetzen zu können. Nachdem ich in meiner Bachelor-Thesis in Zusammenarbeit mit einem Energieversorger ein Konzept zur Optimierung der energetischen Sanierungsrate im städtischen Wohnbestand  entwickelte, war für mich klar, dass ich mit dem M.Sc. Energiewirtschaft mein energiewirtschaftliches Wissen vertiefen möchte.  

Die Module im Master Energiewirtschaf waren stark im Bereich Energiehandel und -vertrieb, aber auch auf den Aspekt Nachhaltigkeit ausgelegt und waren geprägt von vielen Projektarbeiten in der Gruppe. Nach Abschluss des M.Sc. Energiewirtschaft bewarb ich mich auf die Stelle im Produktmanagement. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich auf meiner Stelle eine Schnittstellenfunktion zwischen Vertrieb und Handel aufgrund meines im Studium erlangten Wissens einnehmen konnte. Das im Studiengang vermittelte Verständnis der energiewirtschaftlichen Zusammenhänge und das Wissen über die regulatorischen Vorgaben helfen mir besonders, mich schnell in neuere Themen einarbeiten zu können. Ob auf Messen oder im Betrieb treffen sich ehemalige Kommiliton:innen der Energiewirtschaft, die heute in den unterschiedlichsten Bereichen tätig sind.

Ich bin bis heute sehr glücklich mit der Wahl meines Studienganges. Gerade in der aktuellen Zeit, in der der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit und einem höheren Anteil erneuerbarer Energien politisch weiter vorangetrieben wird, ergeben sich immer wieder spannende Projekte, in denen wir Energiewirte mit unserem Studienhintergrund stark mitwirken können. 

Tim-Eike Mönch - Absolvent der Energiewirtschaft

„Mit dem Abitur in der Tasche wusste ich nicht, was ich studieren sollte. Mir machte damals das Schrauben am PC Spaß, aber mit dem Studium der Informatik konnte ich mich nicht anfreunden. Kurzer Hand habe ich mich nach Alternativen umgeschaut, dabei haben mich meine damaligen Schulnoten im Fach "Politik und Wirtschaft" bestärkt, in einen von Betriebswirtschaft geprägten Studiengang reinzuschnuppern. Als ich dann eine Probevorlesung an der h_da im Studiengang Energiewirtschaft besuchte, war mir klar, dass ich mich dafür bewerben will. Ein paar Monate später stand ich mit mehreren Personen am Staatstheater in Darmstadt und konnte auf das riesige Banner "Willkommen zum ersten Semester" blicken. Kurze Zeit nach der Begrüßung wurden wir am Gebäude des Fachbereichs in der ersten Vorlesung begrüßt und die aufregenden und abwechslungsreichen 7 Semester haben begonnen. In den ersten Semestern hat man sowohl Klausuren, Projekte und Hausarbeiten als Prüfungsleistungen abgelegt. Umso weiter die Zeit voranschritt, umso stärker waren die Verknüpfungen und Verbindungen der einzelnen Themen, bis dann im sechsten Semester die Wahl von speziellen Wahlpflichtmodulen anstand und man sich auf bestimmte Gebiete spezialisieren konnte. Wenn ich an diese Zeit denke, habe ich doch sehr viel positive Erfahrung gewonnen. Und dann kam der Wechsel. Bereits 6 Semester habe ich als Werkstudent bei einem EVU gearbeitet. Dann kam mit dem sechsmonatigen Praktikum der nächste Schritt in Richtung Beruf. Das Praktikum, ergänzt um die Bachelorarbeit, war dann die Krönung meines Bachelor-Studiums. Die neuen Eindrücke aus der Praxis und die Umsetzung von theoretischen Konzepten als auch das wissenschaftliche Arbeiten haben das Studium finalisiert. Zusammenfassend kann ich den Studiengang sehr empfehlen. Nach meinem Bachelor habe ich im Master den Schwerpunkt auf das Thema Personal und Führung gesetzt. Diese Kombination hat für mich eine optimale Verbindung von Technik und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen bedeutet. Gerade dieser Mix ist am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Mittlerweile arbeite ich bei einem Unternehmen der Energiemesstechnik als Personalreferent."

 

Karl Johann (enmore consulting ag)

Auf den Studiengang Energiewirtschaft wurde ich durch Zufall aufmerksam. Tatsächlich konnte ich mir relativ wenig darunter vorstellen. Solltet Ihr diesen Text als potentielle Energiewirtschaftler:innen lesen, seid ihr meinem damaligen Ich einiges voraus! Aus dem Bauchgefühl heraus habe ich mich, nach kurzer bis gar keiner Recherche, eingeschrieben und diese Entscheidung, zum Glück, nie bereut. Das dem so ist, hat viele Gründe, von denen ich einige hier gerne nennen möchte.

Energiewende, Digitalisierung, regenerative Mobilitätskonzepte, Dezentralisierung – die Liste der Buzzwords, welche die aktuellen Themenfelder der Energiewirtschaft beschreiben, ließe sich problemlos weiterführen. Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass die Energiewirtschaft nicht langweilig wird. Technologische Neuerungen, politische Entscheidungen und rechtliche Anpassungen fließen in die Energiewirtschaft ein, formen und wandeln diese (und das nicht erst seit gestern). Man könnte so weit gehen und Veränderung und Wandel als „Konstanten“ der Energiewirtschaft bezeichnen. Ein spannenderes berufliches oder akademisches Umfeld kann ich mir daher nicht vorstellen.

Auch wenn das niemand hören will, ist es im Studium zu Teilen nicht anders als in der Schule. Es gibt Fächer beziehungsweise Module, die einem mehr oder weniger liegen und Themengebiete, bei denen das Interesse größer ist als bei anderen. Bei der Themenvielfalt, mit der sich die Energiewirtschaft auseinandersetzt, ist es sowieso nicht möglich, auf jedem Gebiet gleichzeitig Experte/Expertin zu sein. Der Studiengang zeigt einem jedoch, für welche Themen man sich interessiert und wie man sich in neue Sachverhalte einliest sowie einarbeitet. Auf diese Weise wird einem das Handwerkszeug vermittelt, in jedem beliebigen Themenbereich, auch außerhalb der Energiewirtschaft, Experte/Expertin werden zu können.

Durch die praxisbezogene Ausrichtung der Module lernt man im Studium nicht nur energiewirtschaftliche Sachverhalte zu durchblicken und tiefergehend zu analysieren, sondern auch betriebswirtschaftliche Unternehmensabläufe zu verstehen. Das ist für einen Berufseinstieg mehr als hilfreich, da man bereits während des Studiums lernt, wie beispielsweise neue energiewirtschaftliche Gesetze und die damit verbundenen Anforderungen an Unternehmen, in der Praxis umgesetzt werden. Zudem bietet das Praxissemester eine super Gelegenheit über den Tellerrand des Akademischen hinauszuschauen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welchen beruflichen Weg man, an das Studium anschließend, einschlagen möchte.

Ich bin froh, mich für den Studiengang entschieden zu haben und jetzt in der Energiewirtschaft zu arbeiten.