
Studentische Interviews
Von Darmstadt nach Wisconsin: Nicolas’ Abenteuer an der University of Wisconsin - Stout!
Heute stellen wir Nicolas Dies vor, der ein Semester an unserer Partnerhochschule in Menomonie (Wisconsin) studiert hat. Die University of Wisconsin – Stout liegt nur eine Stunde östlich von Minneapolis, umgeben von atemberaubenden State Parks und traumhaften Landschaften.
Hallo, ich bin Nicolas, 22 Jahre alt, und studiere im 4. Semester BWL an der Hochschule Darmstadt. Das Wintersemester 2024/25 habe ich an der University of Wisconsin – Stout in den USA verbracht.
Warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden?
Schon vor meinem Studium stand für mich fest, dass ich einen Teil meiner akademischen Laufbahn im Ausland verbringen möchte. Ein Auslandssemester verschönert nicht nur den Lebenslauf und stärkt die Fremdsprachenkenntnisse, sondern bietet auch eine hervorragende Gelegenheit, neue Arbeitsweisen, Kulturen und vor allem Menschen kennenzulernen. Besonders das Verlassen der eigenen Komfortzone und der Schritt in ein fremdes Land sind einzigartige und wertvolle Erfahrungen, die ich jedem nur ans Herz legen kann.
Was war dein unvergesslichster Moment während des Auslandssemesters?
Einer meiner schönsten Momente während meines Auslandssemesters war ein Camping-Wochenende am Lake Superior, das vom Freizeitzentrum meiner Gastuniversität organisiert wurde. Als begeisterter Natur- und Wanderfreund faszinierten mich vor allem die atemberaubenden Ausblicke entlang der Klippen während unserer Wanderungen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, viele neue Kontakte zu knüpfen, da unsere Gruppe sowohl kulturell als auch studiengangsübergreifend sehr vielfältig war. Ob beim morgendlichen Schwimmen im See mit Blick auf den Sonnenaufgang oder beim abendlichen gemeinsamen Kochen mit Marshmallows am Lagerfeuer - diese Exkursion war mit Abstand das unvergesslichste Erlebnis meines Semesters.
Welche Tipps hast du für andere Studierende zum Thema Auslandsemester?
Auch wenn ein Auslandssemester mit viel bürokratischem Aufwand verbunden ist und es Überwindung kostet, für das Studium in ein anderes Land zu reisen, lohnt es sich auf jeden Fall. Mein wichtigster Tipp ist, sich frühzeitig zu informieren und Angebote wie Infoveranstaltungen und Sprechstunden zu nutzen. Diese haben mir nicht nur bei der Auswahl geholfen, sondern auch viele offene Fragen beantwortet. Sowohl die Heimat- als auch die Gasthochschule bieten umfangreiche Unterstützung in Form von Beratung und Informationsmaterial. Außerdem findet man auf der Homepage des International Office viele Erfahrungsberichte von Studierenden, die bereits im Ausland waren - das hat mir bei meiner Entscheidung sehr geholfen.
Auch wenn es mit Arbeit und Mühen verbunden ist: Lasst euch nicht entmutigen, es lohnt sich!
Von Darmstadt nach Cartagena: Jannis’ Abenteuer an der Universidad Politécnica de
Cartagena !
Heute stellen wir Jannis Fischer vor, der im Rahmen der EUt+ ein Semester in Cartagena studiert hat. Die Universidad Politécnica de Cartagena liegt direkt am Strand, nur wenige Gehminuten entfernt von der historischen Altstadt Cartagenas.
Wir haben Jannis drei spannende Fragen gestellt:
Warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden?
Ich habe mich für ein Auslandssemester entschieden, um aus meiner Komfortzone auszubrechen und den Mut zu fassen, mich auf das Ungewisse einzulassen. Die Herausforderung, in einem fremden Land zu leben, reizte mich besonders und zudem sah ich darin eine großartige Gelegenheit, meine Sprachkenntnisse zu vertiefen.
Was war dein unvergesslichster Moment während des Auslandssemesters?
Während meiner Zeit hier habe ich unzählige unvergessliche Momente erlebt, die kaum alle aufzuzählen sind. Einer der schönsten war jedoch das Fest „Carthagineses y Romanos". Dieses Fest steht ganz im Zeichen der römischen Kultur und bietet ein beeindruckendes Programm: Paraden, Aufführungen, ein weitläufiges Festgelände mit vielfältigen Themenbereichen und spektakuläre Feuerwerke.
Welche Tipps hast du für andere Studierende zum Thema Auslandsemester?
Ich kann nur empfehlen, die Gelegenheit für ein Auslandssemester zu nutzen, wenn sich die Möglichkeit bietet. Für mich war es eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens. Man lernt viele Menschen aus verschiedenen Ländern kennen und knüpft wertvolle internationale Kontakte. Es ist jedoch wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und die entsprechenden Fristen im Blick zu behalten. Außerdem sollte man sich frühzeitig Gedanken über die finanzielle Planung machen, um den Aufenthalt gut vorzubereiten.
Interview mit Benjamin Azar zu seiner Abschlussarbeit im Wintersemester 2024/25
Können Sie uns kurz das Thema Ihre Abschlussarbeit vorstellen?
Benjamin Azar: Das Thema meiner Abschlussarbeit umfasste zum einen generelle Informationen zu fahrerlosen Transportsystemen in der Wirtschaftslogistik, aber auch hochschuldidaktische Methoden und Ansätze wie diese Informationen am geeignetsten an Studierende weitergegeben werden können. Hierzu sollte eine didaktische Fallstudie erstellt werden, die im Modul Logistiklabor als „Lerninsel“ von Teilnehmenden bearbeitet wird.
Welche konkreten Fragestellungen haben Sie in Ihrer Arbeit untersucht?
Benjamin Azar: Die konkrete Forschungsfrage behandelte den Sachverhalt wie informationstechnische und technische Inhalte von fahrerlosen Transportsystemen didaktisch sinnvoll an wirtschaftswissenschaftliche Studierende vermittelt werden können.
Was genau versteht man unter einer „Lerninsel“?
Benjamin Azar: Eine Lerninsel im Rahmen des Moduls Logistiklabor, beschreibt eine Lehreinheit die es den Studierenden ermöglicht, sich eigenständig mit einem konkreten Thema auseinanderzusetzen und sich diesbezüglich Wissen anzueignen. In dem Fall meiner Arbeit umfasst diese Lehreinheit eine didaktische Fallstudie in der zunächst Wissen vermittelt und dieses dann im Laufe der Durchführung durch praktische Anwendungen verfestigt wird. Mit der Bearbeitung der „Lerninseln“ erlangen die Studierenden Notenpunkte für das übergestellte Modul. Dies geschieht durch die Bearbeitung von Prüfungsfragen zu den dargestellten Inhalten.
Welche Rolle spielen fahrerlose Roboter in diesem Konzept?
Benjamin Azar: Meine erstelle Fallstudie umfasst eine Simulation eines Lagerprozesses. In dieser Simulation wird ein Roboter der Firma Wayotech benutzt, der zunächst manuell aber auch automatisiert genutzt werden kann. Der Roboter soll zu Beginn den Lagerprozess als Gabelstapler durchlaufen und dann von den Studierenden so automatisiert werden, dass er diesen halbautomatisch durchführen kann.
Welche Vorteile bietet eine Lerninsel für den praktischen Einsatz von fahrerlosen Robotern?
Benjamin Azar: Im Vergleich zu einer „herkömmlichen“ Vorlesung haben die Studierenden hier genug Zeit, um sich mit dem Roboter gründlich auseinanderzusetzen. Aufgrund der kleinen Gruppengröße kann gewährleistet werden dass die gewählten theoretischen Lerninhalte und -ziele von jedem Einzelnen der Gruppe praktisch angewandt werden können.
Welche konkreten Anwendungen oder Optimierungspotenziale sehen Sie für Unternehmen?
Benjamin Azar: Fahrerlose Transportsysteme sind in verschiedensten Ausführungen in Unternehmen einsetzbar. Hierbei spielen der Automatisierungsgrad des Systems aber auch die Aufgabenzuordnung, das Budget des Unternehmens sowie die logistischen Grundgegebenheiten des Einsatzortes eine Rolle. Die Ausführung des FTS lässt sich also erstmal nicht konkretisierten, sondern muss unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren gewählt werden.
Speziell angewandt auf den Roboter der Firma Wayotech muss dieser zunächst weiterentwickelt und ausgebaut werden. Aufgrund fehlender Sensorik ist es dem Roboter noch nicht möglich sich eigenständig im Raum zu orientieren, muss also stetig vom Bediener beobachtet und gegebenenfalls nachjustiert werden.
Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung von fahrerlosen Robotern in der Logistik ein?
Benjamin Azar: Fahrerlose Transportsysteme nehmen in der heutigen modernen Logistik, aufgrund der stetig voranschreitenden Digitalisierung vieler Unternehmen, einen immer größeren Stellenwert ein. Auf lange Sicht gesehen bieten fahrerlose Transportsysteme, trotz hoher Investitions- und Implementierungskosten, durch einen verringerten Personalbedarf und einen sichereren Transport von Material eine kostengünstige Alternative zum herkömmlichen Staplerbetrieb.
Was war die größte Herausforderung bei der Erstellung Ihrer Abschlussarbeit?
Benjamin Azar: Die größte Herausforderung bei der Erstellung der Arbeit war die gewählte Methodik im Evaluationsmodell und die damit verbundene Datenerfassung der internen und externen Evaluation. Also vielmehr der wissenschaftliche Aspekt der Arbeit als die eigentliche praktische Arbeit mit den Studierenden.
Welchen Rat würden Sie anderen Studierenden geben, damit eine erfolgreiche Abschlussarbeit gelingt?
Benjamin Azar: Die konkrete Festlegung der Methodik und welche Voraussetzungen diesbezüglich eingehalten werden müssen sollte jedem Schreibenden schon vor Abgabe des Exposes klar sein. Wenn man sich hier nicht sicher ist, ist es wichtig alle Details oder auch die kleinste Unsicherheit mit den Betreuern abzuklären. Diese sind schließlich dazu da um zu helfen und wollen natürlich auch den bestmöglichen Lerneffekt der eigenen Studierenden erzielen. Zu einer guten Kommunikation mit der Betreuung ist es ebenfalls wichtig sich seine Zeit gut einzuteilen. Etwas das sofort erledigt werden kann sollte nicht bis kurz vor Abgabe der Arbeit aufgeschoben werden, zu diesem Zeitpunkt kommen nämlich genug andere Punkte auf, die ursprünglich nicht eingeplant waren und ebenfalls Zeit benötigen.

